Ollie [at] Concert ♫ ♪ ♫...

23/05/2012

Supershirt 18.05.2012 Peter-Weiß-Haus Rostock

Lokalmatadore 

Supershirt gehören in Rostock zu den Bands, die man einfach mal gesehen haben muss oder auch an denen man nicht vorbei kommt, wie 3. Wahl, Crushing Caspers oder Kudde und die Kudders. Allerdings verkörpern die 3 das neue junge wilde Rostock und sind schon vor ein paar Jahren relativ erfolgreich auf die Deichkind Schiene aufgestiegen. Die Texte und vor allem Refrains mit Ohrwurm- und Mitgröhlcharakter bleiben gleich haften, ziehen aber entsprechendes Publikum an. Zudem haben Bands, die man mal gesehen haben muss, immer ein etwas durchwachsenes Publikum vom hardcore Fan bis zu denen die nur mal gucken wollen und natürlich die Eltern der 3 Lokalmatadore. 

Henry Witt, Hendrik Menzl und Marco Pilzecker sind für das Deichkindlastige behaviour ziemlich unscheinbare Typen, reißen das aber auf der Bühne mit ner großen Klappe und viel mehr oder weniger spontan aktionärem Verhalten wieder Wett. Mittlerweile, wahrscheinlich dem zukünftigen Erfolg geschuldet, leben die 3 wohl in Berlin und sind bei Audiolith fachgerecht verlabelt. 

Die Musik auf deutscher Hip-Hop-Basis mit viel elektro, indie und drum&base trifft den Zahn der Zeit, ist aber auf die Dauer etwas eintönig. Supershirt legen eindeutig mehr Wert auf ihre Texte. Die krachen thematisch, wie auch als Catchy Tune so auf das Publikum ein, dass die Party auch und vor allem in Rostock schon nach dem ersten Song nicht mehr zu stoppen ist. Das vordere Drittel des Rostocker Publikums dreht während des Gigs komplett frei. Und Supershirt nehmen die Energie mit. Sehr gut gefallen hat mir das instrumentale Cover von Iwan Petrowitsch Larionows ‚Kalinka’, dass im ehemaligen Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft wie Arsch auf Eimer passte. 

Supershirt haben eine gewisse treue Fanbase, sowie das bei Norddeutschen üblich ist. Und am Ende ‚kauf(en immer alle) weniger ein’ und zwar für ‚8000 Mark’.

PS.: Supershirt haben übrigens ne topp Spielzeit bei Hurricane Festival. Na wenn das mal nix is.

21/05/2012

The Asteroids Galaxy Tour    21.04.2012    Uebel&Gefährlich     Hamburg

The Asteroids Galaxy Tour 21.04.2012 Uebel&Gefährlich Hamburg

Heißes Höschen! 

The Asteroids Galaxy Tour (AGT) sind ein Soul, Funk, Pop Duo aus Dänemark, dass bisher von der großen Musikwelt immer eher ein bisschen unterschätzt wurde. Deshalb war ich auch überrascht, dass das Hamburger Uebel und Gefährlich so komplett ausverkauft rappelvoll und schon 100° heiß war, als ich kurz nach acht aus dem Fahrstuhl in den Konzertsaal stolperte. 

Sängerin Mette Lindberg und Producer Lars Iversen wurden für die Live Performence der vielschichtigen multiinstrumentalen Musik mal wieder von ihrer 4-köpfigen Band begleitet. So war es bei allem Intrumentenhopping gefährlich eng für die 6 Dänen. Das dabei keiner über ein Kabel stolperte grenzt an ein Wunder. Aber akustisch lohnt sich die Fülle an Blasinstrumenten sowie Key’s und Synthesizer auf jeden Fall. Der Sound den AGT an diesem Samstagabend in das Ue&G jagen ist einfach bombastisch und eignet sich perfekt als Saturday Night Warm-Upper!

Mette Lindberg in einem gewohnt extravaganten Outfit mit viel Bling Bling vor allem an der super Silber Glitzer Hose, die als solche, weil so wenig, kaum als Hose zu bezeichnen ist. Dazu ihre leuchtend platin-blonden Haare die so aufgelockt waren, dass ihr Kopf dreimal so groß war und dann noch ihre wahnsinnig hohe Stimme. Die muss man mögen, damit sie einem nicht total auf die nerven geht. Aber singen kann sie und performen sowieso.

Das Publikum war, wie eigentlich immer im Ue&G ziemlich vielschichtig. Viele kannten das Debüt Album ‚Fruit’ gar nicht. Nur eine Handvoll der Anwesenden war bei der Party, die die Dänen vor 2 Jahren im Knust veranstalteten. Das neue Album ‚Out of Frequenzy’ und vor allem die Single ‚Heart Attack’ haben wohl sehr viel vor allem experimentelles Publikum angezogen. AGT aber überzeugten und jeden weiteren Titel tanzten mehr Leute, allerdings durchzogen von diesen unberührten nord-deutsch unterkühlten Leuten, was der Publikumsdynamik einen bitteren Beigeschmack gab. Zum Glück kam diese, meine interne Betrachtungsweise nicht so auf der Bühne an und als Dänen sind sie derartiges Publikum vielleicht auch gewohnt. Mich hält es bei dieser Musik nicht auf meinem Platz. Und um noch mal auf den Sound zu kommen, der Sound war ganz großartig, also wirklich gang, ganz, ganz großartig – so einen fetten Sound hat sonst nur Snoop Dog in seinem Schlafzimmer!

Nach soliden 90 Minuten war der Gig zu Ende und ich reichlich durchnässt. Die gesamte Band stellte sich relativ kurzfristig nach der Show noch ihren Fans für Autogramme und Fotos bereit, auch eine seltene aber liebenswürdige Geste, nicht für AGT aber für Musiker im Allgemeinen.

10/04/2012

Soko    04.04.2012     Molotow    Hamburg

Soko 04.04.2012 Molotow Hamburg

„Ich mag Muschis, ja!“
Stéphanie Sokolinski kurz Soko ist eine etwas eigenwillige Vertreterin des Singer-/Songwritertums. Ihrem Ruf nach ist sie eher schwer zu händeln und extrem punkig. Das Hamburger Molotow, bis zum platzen ausverkauft, gab für die Tour zum Debüt Album ‚I tought I was an Alien’ eine schöne Rahmenbedingung ab, so mit leichtem Uringeruch im Eingangsbereich und leichtem Schnapsgeruch im Barbereich. Wie das Publikum recht bald erfährt ist Soko in ihrem musikalischen Tour-Team die Support-Band, der Tourmanager, der Drummer und der Gitarrist vor 2 Tagen auf der Tour ‚abhanden gekommen’. Zudem schienen Support-Band, der Tourmanager, der Drummer und der Gitarrist ein und dieselbe Person gewesen zu sein.
Spontan mussten also die übriggebliebene Soko, ihr Bruder Max und multiinstrumental einsetzbare aber hauptsächlich Violinistin das Set umbauen und Schlagzeug lernen….ausüben.
Um zumindest den Eindruck von einem Support-Act zu erwecken stellt sich also ihr Bruder mit seiner Gitarre ans Mikro und spielt ein paar seiner Songs in stimmlicher und gedrummter Unterstützung von Soko herself. Nach 10 Minuten kommen die drei wieder auf die Bühne und drehen alles einmal um und die französische Musikquerulantin übernimmt endgültig die Oberhand der Abendunterhaltung. Und das tut sie auf ziemlich verrückte und seltsame Art und Weise. Eigentlich möchte sich Soko lieber den ganzen Abend mit dem Publikum unterhalten als Songs zu spielen. Dieser Teil fällt auch sehr ausgelassen aus, schon allein wegen der Deustch Grundkenntnisse der Sokolinski (siehe Überschrift). Zudem kommentiert sie jeden der kommenden Songs ausführlich auf seine Tragik und Thematik hin, wobei es sich hauptsächlich um Selbstmord handelte. Während der Songs herrschte im Publikum ein andächtiges und betretendes Schweigen. Die Autorin deutete dies absolut als Würdigung ihrer Songs und fuhr in dieser Manier fort. Neben mir hörte ich den Satz: “Ist das Kunst oder kann das weg.“ Die Meinungen zu dem Dargebotenen waren also sehr unterschiedlich. Keine Frage, die kleine Französin hat eine tolle Stimme und ein sehr einnehmendes Wesen, aber mit dem düsteren Klang verschreckt sie ihr Publikum. Die wenigen punkigen Klänge, mit denen ich schwer gerechnet hatte waren wie ein kurzes energetisches Aufbäumen in den sonst dahinsiechenden Klängen von Gitarre, Geige eines Synthesizers (auf die jeweilige Schlagzeugbeteiligung möchte ich gar nicht erst eingehen).
Doch klar war, einstige Pop-Songs wie „I kill her“ oder „Dandy Cowboys“ waren von einer so in ihrer eigenen Melancholie gefesselten Person an diesem Abend nicht zu erwarten.
Ich bin von meinen Erwartungen ausgehend ziemlich enttäuscht gewesen. Ja war denn das jetzt Kunst? Muss man sie jetzt nehmen wie sie ist? Oder kann das wirklich weg?
Und was ist mit der Kontroverse, dass Schauspieler nicht musikern sollen und umgekehrt? Für das Album brauchte sie 6 Jahre, hat aber währenddessen in 9 Filmen mitgespielt.
Offensichtlich hat sie mich zum Nachdenken angeregt – immerhin!

Other Lives     30.03.2012     Knust     Hamburg                           

The Magnetic North     30.03.2012    Knust    Hamburg                           

Other Lives 30.03.2012 Knust Hamburg

Sie sind aus Stillwater, Oklahoma und sie machen Folk. Eine Band so pathetisch, episch und poethisch wie sie nur in den Tiefen der USA entstehen kann. Other Lives sind schon seit Jahren der Geheimtipp der Folk-Szene und besonders dadurch bekannt geworden, weil ihre Tracks in diversen US-Serien zur musikalischen Untermalung verwurstet wurden. Die Sicht auf die Band und ihre musikalische Qualität wird aber schlagartig eine andere, sobald man sie einmal live spielen sehen hat. Ein multiinstrumentales Mini-Orchester aus 5 Personen: Jesse Tabish (vocals, piano, guitar and percussion), Jenny Hsu (cello and backing vocals), Jon Mooney (violin, horns, piano and percussion), Colby Owens (clarinet and percussion) und Josh Onstott (bass and percussion).

Nicht nur dass Other Lives eine Guter-Ruf-Bukwelle vor sich herschieben, so unterstreichen sie den Erfolg ihrer Tour durch Deutschland auch noch mit einer ganz besonderen Vorband.

Ein Name: Simon Tong, ehem. The Verve, The Good The Bad And The Queen, sowie Tourmember von Blur und Gorillaz. Dazu auch noch der bekannte Britische Folker Erland Cooper in dessen Band Erland & The Carneval Simon Tong ebenfalls spielt und on the top auch noch die solo recht erfolgreiche Singer/Songwriterin Hannah Peel.

Aber mal von den Namen abgesehen ist die Nordbritische (Super-)Group The Magnetic North auch gut anzuhören.

Mit der Vorband entstand ein schöner Übergang von etwas leichterem Folk zu dem streckenweise wirklich tief tragischen Klängen von Other Lives.

Sänger Jesse Tabish erklärt das Thema des aktuellen Albums und die im Hintergrund laufende Projektion. Hier zu sehen war eine alte Dokumentation über die Besetzung Oklahomas durch die Einwanderer und die damit einhergehende Vertreibung der Indianer.

Okay, dieses tieftragische, pathetische und ewig amerikanische ist grundsätzlich nicht so meins, aber die Art wahrer Liebe zum Instrument und was man alles aus ihm raus holen kann hat mich an manchen Stellen zutiefst beeindruckt.

Das überwiegend männlich/ü30 Publikum und alle anderen waren genauso beeindruckt, was nach jedem Song, sofern das Ende erkennbar war, mit lautstarken Applaus honoriert wurde. Die Band war begeistert vom Hamburger Publikum und so kamen wir in den Genuss einer 2. Zugabe, obwohl es Other Lives mittlerweile an spielbaren Songs mangelte. Kurzer Hand wurde ein alter Remones-Hit (‚Sniff Some Glue’) gecovert und mit einem Schmunzeln auf den Gesichtern endete ein Abend mit Ernst im Knust. ;)

12/03/2012

Bodi Bill    09.03.2012    MS Stubnitz    Rostock
+ Seemansklub und In Golden Tears

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Bodi Bill    09.03.2012    MS Stubnitz    Rostock

 

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